Vortrag von Prof. Dr. Klaus Kornwachs am 12.01.2004

Alle wissen alles - keiner weiß Bescheid

Worum es geht:
Wir sitzen immer noch dem alten Begriff von Wissen auf, der aus der Antike stammt – insbesondere meinen wir, dass viel Wissen etwas Gutes sei. Meistens verwechseln wir aber heute Wissen mit Information. Zunächst soll es darum gehen, den Unterschied zwischen Information und Wissen zu definieren. Danach wird gezeigt, dass eine – technisch wohl angestrebte – beliebige Verfügung über Informationsbestände das Problem der Auswahl, Selektion und Entsorgung von Wissen erzeugt. Gleichzeitig sorgt die Informatisierung aller Lebensbereiche dafür, dass wir extrem von unserer Fähigkeit abhängig werden, aus sinnvoll ausgewählter Information das Wissen zu erzeugen, das wir zur Problemlösung brauchen. Dabei spielt uns die Technik einen Streich – sie macht unsere Informationsverarbeitungsprozesse schneller, als wir Wissen erzeugen können. Kopieren geht schnell, kapieren braucht Zeit. Technische, organisatorische und kulturelle Konsequenzen dieses Dilemmas werden von Professor Kornwachs aufgezeigt.

Zum Referenten:
Klaus Kornwachs (geb. 1947) Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Tübingen, Freiburg, Kaiserslautern und Amherst (Mass., USA). Diplom in Physik 1973, Promotion 1976, Habilitation in Philosophie an der Universität Stuttgart 1987. Von 1979 -1981 Mitarbeiter beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart, danach bis 1992 beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, ebenfalls Stuttgart, zuletzt als Leiter der Abteilung für Qualifikationsforschung und Technikfolgenabschätzung. Seit 1990 Honorarprofessor der Universität Ulm, seit 1992 Inhaber des Lehrstuhls für Technikphilosophie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Gründer und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Systemforschung, 1991 Forschungspreis der Alcatel SEL-Stiftung für Technische Kommunikation, 1997-98 Direktor des Zentrums für Zentrum und Gesellschaft. Gastprofessor 2002/2003 an der TU Wien. Seit Jan. 2003 Leiter des Bereichs Mensch und Technik, Hauptgruppe VDI. Herausgeber der Reihe “Technikphilosophie“ Lit Verlag, Münster. Seit 1993 in den unterschiedlichen Ausschüssen über Technikphilosophie, Ingenieursverantwortung sowie Technikbewertung des VDI tätig.

Fotographie des Referenten mit freundlicher Genehmigung von
www.juergen-bauer.com

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