Vortrag von Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach am 15.11.2010

Ein anderer Kapitalismus ist möglich - wie ein Leben nach der Krise gelingt.

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Worum es geht:
Die ursprüngliche Immobilienkrise scheint zur Banken- und zur Schuldenkrise der Staaten oder ganzer Währungsräume zu metastasieren. Die Fehlersuche verrennt sich in individuelles Versagen einzelner Manager. Die Systemfehler dagegen werden nicht angemessen analysiert, die strukturellen Reformen nicht entschlossen eingeleitet.
Was fehlt, ist die Idee einer Architektur des Finanzregimes, das der Realwirtschaft dient, dem Primat der Politik unterliegt und ein Gleichgewicht zwischen öffentlichen und privaten Haushalten herstellt; der Abstand zwischen hohen und niederen Einkommen muss verringert, die strukturellen Schieflagen zwischen der Industriearbeit und der Arbeit an den Menschen müssen beseitigt und die Lebenschancen zwischen Männern und Frauen angeglichen werden.
Ohne eine demokratische Aneignung des Kapitalismus durch den Sozialstaat und die Tarifpartner wird dies nicht gelingen.

Zum Referenten:
Geboren 1937. Nach seinem Studium der Philosophie, Theologie und der Wirtschaftswissenschaften in München, Frankfurt und Bochum, promovierte Friedhelm Hengsbach über die Assoziierung afrikanischer Staaten an die Europäische Gemeinschaft, bevor er über den Vorrang der Arbeit habilitierte. Er trat 1957 in den Jesuitenorden ein und wurde 1967 zum Priester geweiht.
Bis 2005 lehrte Friedhelm Hengsbach als Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und hatte bis 2006 die Leitung des Oswald von Nell-Breuning Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik inne.
Seine momentanen Arbeitsschwerpunkte umfassen die Zukunft der Arbeitsgesellschaft, die solidarische Absicherung gesellschaftlicher Risiken, demokratiefähiger Kapitalismus und die ethische Architektur der Finanzmärkte.
Friedhelm Hengsbach wurde im Jahre 1998 mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreis, 2004 mit dem Regine-Hildebrandt-Preis und 2006 mit dem Marburger Leuchtfeuer ausgezeichnet.
Zu seinen Publikationen gehören zahlreiche Studien und Bücher im Bereich Wirtschaftsethik. Darunter sind die Titel "Gerechtigkeit und Solidarität im Schatten der Globalisierung" und "Das Proletariat" (mit Werner Sombart).

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